Die Ausstellung

Wilhelm Morgner | "Die Soester halten meine Bilder für ganz verrücktes Zeug"

Das Ausstellungsprojekt wurde vom 19. Juni bis zum 7. August 2016 im renovierten Museum Wilhelm Morgner in Soest gezeigt. Es stand im Zusammenhang mit der Aktion “Entartete Kunst” und insbesondere mit der Beschlagnahme von Kunstwerken aus deutschen Museen im Jahr 1937. Für die Ausstellung wurde die Gemäldesammlung Morgners, wie sie 1931 von der Stadt Soest erworben wurde, rekonstruiert. Sie thematisierte die Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten sowie die besondere Geschichte des Verbleibs der Bilder.

Aus bislang nicht zu klärenden Gründen kamen im Sommer 1943 24 Gemälde Morgners zurück nach Soest. Es ist nicht bekannt, dass ein anderes Museum eine solch große Anzahl an Bildern aus der Beschlagnahmung von 1937 zurückbekommen hätte. Drei Gemälde aus der Rückgabe sind in der darauffolgenden Zeit verloren gegangen, die übrigen 21 Gemälde bildeten zusammen mit Leihgaben der Museen in Bochum, Düsseldorf und Recklinghausen den Kern des Ausstellungsprojektes.

In einem weiteren Raum wurden fünf Zeichnungen aus dem Stadtmuseum Güstrow präsentiert, die auch im Jahr 1931 in Soest angekauft wurden und 1937 als beschlagnahmte „entartete Kunst“ nach Berlin kamen. Sie wurden 1946 der Stadt Güstrow übergeben. Darüber hinaus wurden die Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken, die heute als verschollen gelten, als weiße Leinwände bzw. leere Passepartouts symbolisch gezeigt.

Schließlich erwartete den Besucher eine Rauminstallation, welche die gesamte Beschlagnahme vom 23. August 1937 in der Kunstsammlung der Stadt Soest aufgriff. Eine Vergrößerung eines Protokolls der Beschlagnahmeaktion hing neben den Abbildungen von zwei Seiten aus dem Verzeichnis der sichergestellten Werke “Entarteter Kunst”, das um 1941 angefertigt wurde und sich heute im Victoria & Albert Museum in London befindet. 61 leere Bilderhaken standen für die letztlich 61 Werke, die in Soest beschlagnahmt wurden.

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